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Jochen Schleese

"Ich verließ mich auf den Rat von Menschen, die ich für Experten hielt, mit dem Resultat, dass ich mein armes Pferd über viele Jahre gequält habe!

Als kleiner Junge lebte ich für einige Jahre mit meinen Eltern in Argentinien. Dort habe ich die Gauchos auf ihren Pferden gesehen und so entdeckte ich schon früh in meinem Leben meine Liebe für Pferde. Ich sah wie die Gauchos neben dem Auto meines Vaters galoppierten, und wie sie Nandus - große Laufvögel - jagten, in vollstem Galopp und gleichzeitig die Bolos (südamerikanische Form des Lassos) mit beiden Händen schwangen. Pferd und Reiter waren eins - für mich war das Magie. Ich war wie von einem Virus erfasst und alles, was ich von diesem Moment an wollte, war, dieses magische Gefühl selbst zu erleben. Als wir zurück nach Deutschland kamen, wurde mein Wunsch endlich Wirklichkeit, ich begann zu reiten und meine Eltern kauften mir bald mein erstes Pferd. Ich wurde ein recht erfolgreicher Reiter und hatte sehr gute Erfolge vor allem in der Vielseitigkeitsreiterei. Mit dem Erfolg verschwand aber die Magie. Nicht mehr der Zauber der harmonischen Verbindung und dem spielerischen Umgang mit dem Pferd sondern weiterer Erfolg, Medaillen, Meisterschaften, Ruhm, Ehre und auch Geld traten in den Vordergrund. Es ging nur um mich und mein Pferd, dass wie eine Maschine immer möglichst gut funktionieren musste. Ich verlor die Verbindung zu all dem, wodurch ich mich als Kind ich in erster Linie zu den Pferden hingezogen fühlte. Nach meiner Platzierung bei den Deutschen Meisterschaften der Vielseitigkeitsreiter 1982, fing mein Pferd "Pirat" an, die ersten Anzeichen einer Lahmheit zu zeigen. Zu dieser Zeit wäre ich nicht auf die Idee gekommen, dass mein Sattel Ursache dieser Lahmheit sein könnte, zumal ich zu dieser Zeit von vielen Fachleuten wie Tierärzten, Trainern, Hufschmieden umgeben war, deren Aufgabe es war uns für die Turniere fit zu halten. Wenn ich an all die Behandlungen wegen dieser Lahmheit denke, vom neuen Beschlag über zig Medikamente bis hin zum Blistern, könnte ich noch heute darüber verzweifeln. Heute weiß ich, dass der Sattel, den wir verwendeten Ursache des Problems war. Dieser Sattel passte meinem Pferd einfach gar nicht - er stimmte nicht mit den anatomischen Anforderungen, die mein Pferd an einen Sattel stellt überein. Mit jedem Schritt hakte das Schulterblatt an den nach vorne zeigenden Ortschuhspitzen, mit der Folge eines irreparablen Knorpelschadens, eine zu schmale Kissenkammer hat die Dornfortsätze der Wirbelsäule eingeklemmt, sowie die Nerven und Sehnen entlang des Rückgrats und das zu enge Kopfeisen klemmte stark und behinderte seinen Widerristmuskel während der Bewegung im Sprung. Ich war auch bei der Auswahl des Sattels dem Rat eines vermeintlichen Experten gefolgt, aber das Resultat war ein `Paradebeispiel für eine unzureichende Sattelanpassung, mit der Folge, dass ich mein armes Pferd wahrscheinlich jahrelang regelrecht gefoltert habe.

Von dem Augenblick an, an dem ich das erkannt hatte, bin ich entschlossen, diese Situation für andere Pferde zu verhindern. Die vielen Jahre, in denen ich mich mit diesem Thema nun auseinandersetze, meine inzwischen sehr große Erfahrung bezüglich der schädlichen Effekte von schlecht passenden Sätteln für das Pferd in der Bewegung und die allgemeine Entwicklung im Pferdesport, dass sehr viel altes Wissen verloren geht, hat mich 2005 dazu bewegt
Saddlefit 4 Life® zu gründen. Saddlefit 4 Life® ist ein Netzwerk von Pferdefachleuten, hauptsächlich jenen, die beruflich mit dem Pferd zu tun haben (u.a. Tierärzte, Trainer, Physiotherapeuten, Chiropraktiker, Osteopathen, Sattel-Ergonome und Sattelanpasser) die innerhalb Ihres Berufes ebenfalls Interesse daran haben Pferd und Reiter von dauerhaften Schäden unter anderem durch falsche Sättel zu schützen

Ich lehre die Philosophie und die Systematik von Saddlefit 4 Life® Pferdefachleuten aller Art, damit sie schlecht passende Sättel erkennen und daraus entstehende Probleme diagnostizieren und deren Ursachen erforschen können. Das wichtigste, was einen gut passender Sattel auf dem Pferderücken ausmacht, ist, dass von den Reflexpunkten im Pferderücken wegbleibt und mit der Biomechanik des Pferdes für optimale Freiheit in der Bewegung arbeitet.

Nie wieder sollte ein Pferd wegen eines falschen Sattels infolge der Unwissenheit des Reiters leiden müssen, noch sollte jemals wieder ein Pferde aus den Turniersport genommen werden oder sogar eingeschläfert werden weil die Schäden durch einen falschen Sattel so schlimm sind, dass jede Hilfe zu spät kommt. Mir geht es geht nur darum, den Pferden zu helfen. Für mich ist es jedes Mal eine Riesenbefriedigung, wenn ein Pferd mit einem richtig angepassten Sattel anfängt, sich frei und gut zu bewegen! Schon oft habe ich Reiter erlebt, die ihr Glück kaum fassen konnten und vor Freude weinen, weil sie den Unterschied zwischen bisherigen und dem neu angepassten Sattel sofort erkennen und erst jetzt verstehen, dass Sie, ohne es zu wissen, ihrem Pferd Schmerz und Leid zugefügt haben, indem sie in einem schlecht passenden Sattel geritten sind. Es ist meine Berufung meine Philosophie Pferdefachleuten in der ganzen Welt beizubringen, wie wir zusammen das Wohl der Pferde und Reiter weltweit verbessern können.

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